Montag, 9. Mai 2016

Montagsfrage bei Buchfresserchen



Buchfresserchen möchte wissen, zu welchem Buch ich die erste Rezension verfasst habe.

Hmmm, da musste ich mal bei Ciao.de nachgucken, denn dort habe ich vor langer Zeit für lange Zeit Berichte geschrieben. Dabei habe ich auch am 01.04.2005 "P.S.: Ich liebe Dich" von Cecilia Ahern rezensiert. Vor ein paar Minuten habe ich mir die Rezension noch mal durchgelesen und stimme mir selber immer noch in allen Punkten zu. Wer die Rezi lesen will ...



*** INHALT ***
29-jährig wird Holly zur Witwe. Gerry ist an einem Gehirntumor gestorben. Holly’s Welt bricht zusammen, denn sie hat für und durch Gerry gelebt. Nun fehlt ihr jeglicher Antrieb.
Da ruft wie jeden Morgen ihre Mutter an und erwähnt im Nebensatz, dass ja immer noch der Umschlag für sie bei Muttern liegt.
Als Holly hört, dass „Die Liste“ auf dem Umschlag steht, wird sie ganz nervös.
Da Holly ziemlich vergesslich und schusselig ist, kamen sie und Gerry mal auf die witzige Idee, dass Gerry in seinem Testament eine Liste für Holly hinterlassen soll, damit sie z.B. morgens daran denkt, die Alarmanlage auszuschalten, bevor sie die Fenster öffnet.
Den Running Gag mit der Liste kenne auch ihre Freundinnen und Freunde: Sharon und John und Denise.
Nun hält sie den Umschlag in der Hand: Gerry hat ihr vor seinem Tod 10 kleine „Briefchen“ geschrieben.
In jedem steckt die Aufgabe für den Monat.
Holly erfüllt brav die Aufgaben. Z.B. Karaoke singen, obwohl sie überhaupt nicht singen kann oder Gerry’s Sachen ausmisten, was ihr sehr schwer fällt.
Wird sie mit Hilfe von Gerry’s Aufgaben den Lebensmut wiederfinden?
Wird Holly endlich lernen ohne Gerry zu leben?


*** MEINE MEINUNG ***
Na ja, ich bin mit hohen Erwartungen an das Buch heran gegangen, was wahrscheinlich ein Fehler war.
„P.S. Ich liebe Dich“ ist auf jeden Fall locker-leicht geschrieben - leicht verständlich, keine komplizierte Satzbauten.
Tja und dann wird es schon schwierig.
Ich empfinde Holly als Egoistin. Sie will, dass die Welt, ihre Freunde und ihre Familie sich um sie drehen und wenn dies nicht geschieht, dann tritt die „Leidende“ in Aktion.
Natürlich ist es schwierig, mit dem Verlust eines geliebten Menschen umzugehen, aber wenn man sich selbst aufgeben soll, dann hätte die höhere Macht schon dafür gesorgt, dass man selber stirbt.
Auch kann man nach einem schweren Verlust nicht erwarten, dass alle in der Umgebung sich total auf dieses Erlebnis einstellen. Das Leben geht weiter – egal wie schlimm es sich anhört.
Die gemeinsamen Freunde betonen ja auch immer wieder, dass Gerry ihnen auch fehlt. Für Minuten realisiert Holly dies, doch dann ist sie wieder die Leidende, die ihren Lebenssinn verloren hat.
Bis zu Gerry’s Tod war Holly total abhängig von ihm. Sie führte kein eigenes Leben mehr. Na ja, das kann man ja als Lerneffekt nehmen. Auch in einer Partnerschaft sollte jeder noch sein eigenes Leben leben.
Es ist erstaunlich, wie sehr sie auch noch nach Gerry’s Tod auf seine Briefchen hört. Sie hat keinen Bock auf Karaoke, aber Gerry will, dass sie singt, also singt sie.
Da ist mir ja der Mund offen gestanden, 1. will sie nicht singen und 2. ist Gerry tot. Also bitte, warum tut sie es?
Es ist mir ein Rätsel, wie man so abhängig sein kann.
Zitat: „Solange Gerry am Leben gewesen war, hatte Holly für ihn gelebt, und nun, wo er tot war, lebte sie für seine Briefe. Alles drehte sich um ihn. .... Welchen Sinn hatte ihr Leben dann jetzt noch?“Was mir auf jeden Fall fehlt, wie hat Gerry alles organisiert? Okay, die Buchung der Reise nach Lanzarote wird durch die Erzählung der Reisebüro-Lady erklärt.
Auch wenn Gerry nur noch Wochen prophezeit wurden, wie konnte er die Briefchen so genau planen?
Auch finde ich es unrealistisch, wie Holly sich ohne Geld über Wasser halten kann. Sie hat ihren Job vor Gerry’s Tod geschmissen, um mit ihm jede Sekunde verbringen zu können. Dann dauert es noch 6 Monate, bis sie sich endlich – natürlich auf Gerry’s Motivations-Briefchen hin – einen Job sucht. Sorry, aber ich könnte nicht 6 Monate ohne Geld zu verdienen überleben.
Und als sie dann einen Job hat, ist es genau DER Job, den sie immer wollte, der erste Job, der ihr Spaß macht und sie wird auch noch super bezahlt. Hilfe!!! Wie unrealistisch wird es denn noch???Jetzt komme ich auf das Ende zu sprechen!!! Achtung, falls ihr das Buch noch nicht gelesen habt.
Es ist klasse, dass Holly zum Schluss endlich gelernt hat, ihr eigenes Leben zu leben und ihren eigenen Weg zu gehen. Aber ich denke auch, dass eine Frau von 30 dies schon seit mindestens 10 Jahre können müsste.

*** FAZIT ***
Auch hier habe ich mich mit der Bewertung schwer getan. Mich hat es nicht wirklich angesprochen, weil ich mich nicht mit Holly identifizieren konnte.
Aber wer auf Herz-Schmerz, Pseudo-Romantik und unrealistische Liebesgeschichten steht wird es mögen.
Wenn ich das Buch für 16,90 Euro gekauft hätte, dann hätte ich mich echt geärgert.
Es gibt nur 2 Sterne und keine Empfehlung.
2 Sterne, weil die Schreibweise flüssig ist und Holly zum Schluss „aufwacht“ und endlich lebt.

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