Dienstag, 19. Juli 2016

Rezension "Rotkehlchen" von Jo Nesbø

In aller Kürze
Story: Ein Attentat, das dunkelste Kapitel Norwegens, Nazikollaborateure und der Ermittler Harry Hole, der sich wie ein kleines Kind benimmt.
Spannung: wird durch Rückblenden und langatmige Passagen gebremst
Charaktere: Klischees
Schreibstil: flüssig - häufig epische Beschreibungen
 
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‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Als erstes fiel mir auf, dass es wohl sinnvoll ist, Band eins und zwei gelesen zu haben. Denn es wurde häufiger auf vergangene Geschehnisse, in die der Protagonist Hole verwickelt war, verwiesen. Doch dies unterstrich nur den „Helden-Status“, den Harry Hole dadurch scheinbar erhalten hat. Er ist in meinen Augen jedoch nur ein Abklatsch der alten, wirklich harten Detektive wie Philip Marlowe, die soffen und wie die Schlote rauchten. Es lebe das Klischee. Beim Recherchieren im Internet habe ich herausgefunden, dass Hole Ende 30 ist. So, wie es sich mir präsentiert, hätte ich auf Ende 40 / Anfang 50 getippt - vom Kopf her total alt und ein- und festgefahren in seinen Ansichten.
Auch die anderen Figuren, die für den Fortgang der Handlung wichtig waren, erfüllten brav bekannte Klischees.
Die Handlung besteht aus mehreren Handlungssträngen. Einer ist die Sicht des Täters, der zweite ist die Retrospektive in den Schützengraben im 2. Weltkrieg und der dritte Handlungsstrang begleitet Hole auf der Suche nach dem Täter. All das wird im Laufe des Buches geschickt miteinander verwoben und es ergibt sich ein Gesamtbild. Ja, das klingt echt prima, doch leider waren die Retrospektiven sehr langatmig und auch bei den aktuellen Ereignissen verliert sich der Autor in epischen Beschreibungen. Das bremst die Spannung und auch das Tempo der Handlung. Da helfen Brisanz und Aktualität der Thematik „Nazikollaborateuren“ auch nicht wirklich und es geht viel davon im zähflüssigen Verlauf verloren.
Es gibt gute Ansätze in dem Buch und definitiv auch gute Absätze, doch alles in allem habe ich mich durch das Buch gequält. Der Hauptcharakter war mir äußerst unsympathisch und zu klischeebeladen. Mit sehr viel gutem Willen vergebe ich 2 norwegische Sterne und weiß, dass dies das letzte Buch über Harry Hole von Jo Nesbø.

‘*‘ Klappentext ‘*‘
Als der norwegische Staatsschutz Hinweise auf ein geplantes Attentat auf den Thronfolger erhält, beginnt für Harry Hole ein Alptraum aus Lügen und Verrat. Die Spur der Verdächtigen führt in das dunkelste Kapitel norwegischer Vergangenheit: Eine Gruppe von Nazikollaborateuren hat im Untergrund ihr verhängnisvolles Netz gewoben und Harry sieht sich mit einem mörderischen Filz von Intrigen und Verblendung konfrontiert.

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