Donnerstag, 13. Oktober 2016

Gedanken am Abend

Moin ihr Lieben,

um es mal mit klaren Worten zu sagen: fahrradfahren sucks.
Jetzt höre ich die Aufschreie, dass radeln doch so toll ist und man so schön die Gegend erkunden kann. Davon schreibe ich auch gar nicht. Ich schreibe vom Fahrradfahren ist der Stadt - zum Einkaufen oder Sport, zu Freunden - halt das Rad statt des Autos zu nutzen.
In Hamburg sind viele Radwege vom Bürgersteig durch andersfarbige Pflasterung und überhaupt anderen Bodenbelag optisch getrennt. Das impliziert, dass es gar nicht so schwierig zu erkennen ist, dass potentiell ein Radfahrer hier entlang radeln könnte.

Erst letzte Woche wieder. Ich komme vom Einkaufen. Auf dieser Strecke trennt sogar ein kleiner Grünstreifen den Bürgersteig vom Radweg. Also radel ich stramm gen Zuhause, als jemand über den Grünstreifen tapert, um zu seinem Auto zu kommen. Natürlich habe die Person gesehen und genauso natürlich hat diese Person mich nicht gesehen und sich total erschrocken, als ich geklingelt habe. Mal wieder gut gegangen.

Oder auch immer gern genommen. „Oh, ich möchte die Straße überqueren, da eier ich doch mal zum Straßenrand.“ Dass dazu auch der Radweg überquert werden muss, wird mal wieder ignoriert. Dies hat dann gern wahlweise eine Vollbremsung oder einen Schlenker um die gedankenlose Person zur Folge, was ich dann mit einer lauten Schimpftirade untermale.

Aber ich bin ja lernfähig. Wenn Radfahrer und Fußgänger sich den Bürgersteig ohne erkennbare Barriere teilen, versuche ich die Gefahr eines vor das Rad laufenden Fußgängers zu minimieren, indem ich vorher schon mal leicht die Klingel zur Hilfe nehme. Und nein, ich untertreibe nicht, es ist wirklich nur ein leichtes, leises „Ring“. Nun gibt es vier Möglichkeiten:
Der Fußgänger reagiert gar nicht und geht stur geradeaus weiter -> super, so liebe ich es.
Der Fußgänger wirft einen Blick über die Schulter, signalisiert, dass er mich wahrgenommen hat, und geht geradeaus weiter -> spitze, so kommen wir miteinander klar.
Der Fußgänger dreht sich um, pöbelt mich an, weil ich geklingelt habe, und geht geradeaus weiter -> könnte besser sein, aber keine Toten zu beklagen.
Der Fußgänger hat Stöpsel in den Ohren oder ist ein Smombie, der seine Umwelt nicht wahrnimmt und läuft mir genau vors Rad -> jetzt ist es arg eng und die Gefahr, dass ein Toter zu beklagen ist, ist exponentiell gestiegen.

Für die letzte Gattung an Fußgängern hätte ich eine Idee - lauft doch auch einfach mal ohne zu gucken über die Straße. Dann hätte sich das Problem bestimmt nach dem dritten Mal gelöst (wie geschrieben, die Gefahr, dass ein Toter zu beklagen ist, steigt exponentiell *grrrrr*).

Und jetzt sagt mir noch einmal, dass radeln Spaß macht und eventuell sogar noch entspannend ist.

Liebe Grüße
Eure Elena

PS: Es folgen noch Erlebnisse mit anderen Radfahrern und Autos - also seid gespannt, ob doch noch Tote zu beklagen sind.

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