Dienstag, 10. Mai 2016

Rezension "Jamil" von Farina de Waard

In aller Kürze
Story: Jamil muss erkennen, dass Gut und Böse einen immerwährenden Kampf ausfechten und er den Frieden zwischen zwei Kulturen herstellen kann.
Spannung: wird sukzessive aufgebaut und der Leser hat trotzdem Zeit, um zwischendurch Atem zu holen
Charaktere: lebendig, durchleben Entwicklungen
Schreibstil: bildmalend, mitreißend




‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Ich gehe ja selten auf das Cover ein und schon gar nicht zu Beginn einer Rezi, doch bei diesem Buch MUSS ich das tun. Das Cover changiert von einem in Blautönen gehaltenen, freundlichen Gesicht hin zu einem rot-feurigen, wütenden Gesicht. Diese Veränderung kann man sich ansehen, wenn man das Cover bewegt. Des Weiteren sieht man auf dem Buchrücken, dass die Schrift von blau nach rot verläuft und so die zerrissene Seele sehr gut auch optisch dargestellt wird. Den Coverentwurf hat die Autorin selbst gestaltet und damit mal wieder ihre kreative Ader unter Beweis gestellt.
Nun aber zum Inhalt. Der Kampf von Gut gegen Böse oder auch vom Bekannten gegen das Unbekannte, wurde so leicht präsentiert, dass man sich die tiefgehenden Gedanken gar nicht machen muss. Man kann das Buch auch einfach lesen und gut ist. Wenn man sich darauf einlässt, kann sich der Leser jedoch auch nach der Lektüre noch Gedanken machen. Gerade jetzt in der Zeit der Flüchtlingsdiskussion finde ich das Thema doch recht aktuell und überhaupt sind die Vorbehalte gegen das Unbekannte, Neue doch teilweise sehr verwurzelt und viele Menschen reagieren darauf engstirnig. In diesem Buch wird gezeigt, dass man offen für Neues und Andere sein sollte. So lernt man einander verstehen und findet bestimmt eine Lösung, die allen gerecht wird.
Die Spannung wurde von de Waard peu à peu und ab der Mitte auch noch mal das Tempo angezogen. Doch es blieb immer genug Zeit, um Luft zu holen, die bisherigen Ereignisse zu verdauen und sich sozusagen auf die nächste Spannungssteigerung vorzubereiten.
Die Charaktere sind sehr lebendig und realistisch geschaffen worden. Einige durchleben Entwicklungen, lernen dazu - andere bleiben stur bei ihrer Ansicht. Genau so ist es auch im wahren Leben - einige lernen dazu, andere nicht. Hier ist jedoch deutlich, dass man dazu lernen sollte, um Veränderungen anzunehmen und zu leben.
Mit ihrem Schreibstil regte die Autorin mein Kopfkino an - ich hatte Bilder im Kopf, so bildmalend formuliert sie. Dabei werden Beschreibung nicht langweilig, denn sie werden in die Handlung eingebaut und verleihen ihr Mehrdimensionalität. So wird es ein rundes Bild.
Ich zerreiße die Sterne nicht und vergebe volle 5 Sukrani-Sterne. Was Sukrani ist? Lest das Buch, dann wisst ihr es ;)

‘*‘ Klappentext ‘*‘
Jamil und sein Bruder Balor sind die Herrschersöhne Kas’Tiels. Als die Handelsstadt im Krieg zerstört wird, gelingt nur wenigen die Flucht. Sie segeln aus dem brennenden Hafen und landen an einer fremden Küste. Jamil entdeckt, dass sie nicht allein in dieser Wildnis sind doch als er ein erstes Treffen erwirken will, passiert das unfassbare und er stürzt von der Klippe ins Meer.
Als sein Körper angespült wird, stellen die Flüchtlinge mit Schrecken fest, dass er noch atmet. Jamil wird als Dämon verbannt und nur die wilde Jägerin Ashanee hat Mitleid mit dem schwerverletzten Fremden. Sie schleppt ihn zur heiligen Stätte ihres Volkes und versorgt seine Wunden. Doch während er im Fieber liegt, beginnen seine Augen und Hände wie das Feuer eines Dämons zu glühen ...

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