Mittwoch, 22. April 2026

Rezension "Die Farm der Mädchen" von Hans Rosenfeldt

In aller Kürze
[Werbung unbezahlt]
Story: Polizistin Hannah sticht mit dem Fund eines toten Babys in ein „Wespennest“.
Spannung: steigert sich subtil und nimmt dann richtig Fahrt auf
Charaktere: facettenreich und vielschichtig
Sprecher: Vera Teltz erzeugt Kopfkino
Schreibstil: locker-leicht

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Hans Rosenfeldt war mir als Autor bisher unbekannt, doch „Die Farm der Mädchen“ weckte sofort meine Neugier. Leider fehlt sowohl im Klappentext als auch im Buch selbst der Hinweis, dass es sich um den zweiten Teil einer Reihe handelt - „Wolfssommer“ ist der erste Teil. Immer wieder wird auf Ereignisse aus dem Vorjahr Bezug genommen, die Hannahs längeres Fernbleiben erklären. Zwar lässt sich der Thriller auch ohne Vorkenntnisse gut lesen, doch das Leseerlebnis hätte mit den Hintergrundgeschichten der Figuren sicher noch intensiver ausfallen können. Den ersten Band werde ich allerdings nicht mehr nachholen, da ich durch „Die Farm der Mädchen“ bereits gespoilert wurde.
Hans Rosenfeldt kann auch ohne seinen Co-Autor authentische Charaktere zeichnen, subtile Spannung aufbauen und den Leser bis zuletzt im Dunkeln tappen lassen. Es besticht durch dieselbe Atmosphäre, komplexe Charaktere, psychologische Tiefe und Spannung. Er konzipiert ein hochemotionales Szenario im Milieu einer Verbrecherorganisation, deren Machenschaften von allen Gesellschaftsschichten in Anspruch genommen werden und ein Netz aus Geldgier, Rache und Menschenhandel auswerfen, in dem sich immer mehr Unschuldige und Gutgläubige verfangen.
Der Wechsel zwischen verschiedenen Zeitachsen gibt dem Autor Raum, die Hintergründe der Verbrechen gründlich zu ergründen. Der rote Faden wirkt anfangs wie ein schwer zu entschlüsselnder Flickenteppich, doch je tiefer man in die Handlung eintaucht, desto mehr Puzzleteile fallen an ihren Platz. Die Figuren sind facettenreich, fehlerhaft und lebendig gezeichnet, was es leicht macht, sich für ihr Schicksal zu interessieren. Ihre Kämpfe und Motivationen verleihen den Thriller-Elementen emotionales Gewicht.
Vera Teltz gehört völlig verdient zur Sprecherinnen-Elite. Sie hat dieses hochemotionale und komplexe Hörbuch grandios eingelesen. Sie ließ mich Hannahs Verzweiflung hören, ließ mich die Hoffnung von Figuren spüren und sie las die kranke Logik der Verbrecherorganisation und ihrer Kunden in mein Ohr.
„Die Farm der Mädchen“ besticht durch psychologische Tiefe, vielschichtige Charaktere und eine beunruhigende, aber fesselnde Atmosphäre. Die nervenaufreibende Dramatik und der schmerzhafte Bezug der Ermittlerin zu den Ereignissen lassen den Leser bis zum Schluss atemlos mitfiebern. Auf die Fortsetzung, die schon in den letzten Zeilen impliziert wird, freue ich mich und vergebe gern 5 Mädchen-Sterne.

‘*‘ Klappentext ‘*‘
Ein totes Baby, eine verschwundene Mutter, eine Polizistin am Limit.
Mitten in der Nacht fliehen zwei Frauen in Panik durch die schwedischen Wälder. Beide sind hochschwanger, die Verfolger ihnen dicht auf den Fersen. Kurz darauf wird Polizistin Hannah Wester mit einem neuen Fall konfrontiert: Im Unterholz hat man ein totes Baby entdeckt, die Mutter ist verschwunden.
Hannah, die vor einem Jahr ihren Mann verloren hat und gerade erst im Dienst zurück ist, stürzt sich mit aller Energie in die Ermittlungen. Und sie stößt auf einen Fall, der über alles hinausgeht, was sie sich je hätte vorstellen können.

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