Donnerstag, 7. Juli 2016

Gedanken am Abend

Moin ihr Lieben,

jetzt habe ich mir schon bestimmt 6 Wochen Gedanken zum Thema „Lesen von Selfpublishern - ja oder nein?“ gemacht, weil ich alle Aspekte, die ich auf diversen Plattformen lese mit einbeziehen will.

Mir fällt es sehr schwer, da ich gern Selfpublisher lese und schon viele tolle Menschen darüber getroffen habe, die auch fantastisch schreiben. 
 

Besonders neuen Autoren gebe ich gern eine Chance, denn ich bin der Meinung, nur weil Verlage ein Manuskript abgelehnt haben, muss es nicht schlecht sein. Es passt eventuell nicht in die Richtung, die der Verlag momentan ansteuert. Oder es ist zu anders als das, was sich so auf dem Markt tummelt und da Verlage natürlich auch an Umsätze und damit verbunden Geldverdienen denken müssen, werden keine Experimente gemacht.

Auch halte ich es für einen Irrglauben, dass viele Selfpublisher kein Geld in Korrektorat und Lektorat stecken. Ich kenne genug Autoren, die das tun und im Umkehrschluss weiß ich, dass Verlage daran sparen und zum Beispiel einen Lektor auch Korrektur lesen lassen und umgekehrt.
Herrlich finde ich in dem Zusammenhang, dass ich häufig dieses Korrektorat-Lektorat-Argument von Menschen lese, die in Ihren paar Sätzen mehr als einen kleinen Fehler fabrizieren. Man sollte halt nicht von sich auf andere schließen.
Mal abgesehen davon, dass sich in einem Verlagsbuch, trotz Beta-Lesern, Korrektorat und Lektorat, der Held hinter einer Buche versteckte und im Anschluss hinter einer Eiche wieder auftauchte.
Oder sehr schön, ganz frisch bei einem Verlagsbuch gelesen: ... aus einer Auflehnung gegen das Etablissement entstanden ist. Normalerweise lehnt man sich gegen das Establishment auf.

Sehr gut gefällt mir, wenn ein Selfpublisher vom Verlag angesprochen wird, ob er nicht bei ihnen publizieren möchte. Dies geschieht häufiger, als viele annehmen. Leider wird es nur in geringem Maße publik gemacht. Das freut mich für die jeweiligen Autoren total und zeigt mal wieder, dass die Bücher ja gar nicht so schlecht sein können. Und ich gebe zu, dass ich es toll finde, wenn ich sagen kann: “Diesen Autor kannte und las ich schon, als er noch Selfpublisher war.“ Hinzu kommt zu beobachten, wie sich Autoren entwickeln und wie sich ihre Wege entwickeln.

Als weiteres Argument wird auch das Marketing angeführt. Beim Verlag wird mehr Werbung gemacht. Auch dies ist ein Irrglaube, denn wenn ein Verlag, für JEDES Buch die Werbetrommel rühren würde, würden immense Kosten verursacht und die Marketing-Abteilung wäre die größte im ganzen Verlag. Dies wäre alles andere als wirtschaftlich gedacht und so werden ja immer bloß ausgewählte Bücher stark beworben.
Ein Verlagsautor sollte sich ja auch mit dem Verlag absprechen, wenn er selber Werbung machen und Aktionen starten will. Da ist ein Selfpublisher frei in der Entscheidung und kann die Werbetrommel rühren, wie er will. Da gibt es auch viel mehr Goodies, Tassen, Stifte, Notizblöcke usw., als beim Verlag.

Gestern war ich in einem Lokal und mein Gericht war für mich nicht so der „Burner“. Soll ich jetzt sagen, diese Lokalität ist schlecht? Nein, dieses Gericht hat mir nicht geschmeckt und ich werde beim nächsten Mal ein anderes bestellen.
Lese ich ein Selfpublisher-Buch, das mir nicht gefällt, kann ich auch nicht sagen, dass alle schlecht sind. Wenn es danach gehen würde, würde man gar nicht mehr lesen, denn wie bereits geschrieben, gibt es auch Verlagsbücher, die schlecht sind. Nicht zu vergessen, es ist immer ein subjektiver Eindruck und kann somit auch definitiv kein Qualitätskriterium sein.

Also ich rufe auf, immer mal wieder einen Selfpublisher zu lesen und neuen Autoren eine Chance zu geben.

Lest ihr Selfpublisher? Oder nur Verlagsbücher? Oder seid ihr flexibel?

Liebe Grüße
Eure Elena