Was ist der außergewöhnlichste Ort, an dem du eine Idee für einen Plot,
eine Szene, eine Figur hattest?
Ich setze mich seit vielen Jahren für Tierrechte ein und habe dabei zahlreiche Missstände gesehen. Bilder und Realitäten, die erschüttern und lange
nachwirken. Mit schockierenden Aufnahmen aus der Massentierhaltung war ich daher bereits vertraut, ebenso mit der verstörenden Tatsache, wie sehr Menschen
in solchen Systemen abstumpfen müssen, um darin funktionieren zu können. Doch hier war nichts verborgen. Es hing einfach am Straßenrand, dekorativ,
akzeptiert, banal. Autos fuhren vorbei, niemand schien irritiert. Dieser Moment traf mich härter als vieles zuvor, weil er zeigte, wie vollständig Empathie aus
dem Alltag verschwinden kann, wenn Gewalt zur Normalität geworden ist.
Es war kein einzelner Plot-Einfall und keine fertige Szene, sondern die Erkenntnis, dass das eigentlich Unheimliche nicht die Grausamkeit selbst ist,
sondern ihre gesellschaftliche Akzeptanz und die Abstumpfung, die sie ermöglicht. Aus dieser Konfrontation entstand später das Fundament für Figuren,
Konflikte und Handlung meines Buches.

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