In aller
Kürze
Story: Die Wege von drei Außenseitern treffen sich in einer verlassenen Tankstelle
…
Spannung: steigert sich subtil kontinuierlich
Charaktere: bunte Mischung
Sprecher: Julian Horeyseck, Pia-Rhona Saxe, Ann-Kathrin Hinz, Wolfgang Wagner,
Elke Appelt beleben Figuren und Szenen
Schreibstil: locker-leicht
‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Der Roman wird aus drei Perspektiven – Joran, Charu und Edda – erzählt, wobei
jeder Charakter einen eigenen Schreibstil hat. Dies verleiht der Geschichte
Authentizität und Tiefe. Die Protagonisten sind keine klassischen Krimi-Helden,
sondern Außenseiter mit schwierigen Lebensgeschichten: Joran, frisch aus dem
Gefängnis entlassen, kehrt zum Tatort eines alten Überfalls zurück; Charu, eine
Lost-Place-Fotografin, sucht dort nach Motiven; und Edda, ein rätselhaftes
Mädchen, findet in der verlassenen Tankstelle Schutz.
Joran ging mir trotz seiner Vergangenheit teilweise mächtig auf die Nerven. Er
übernahm nicht immer die Verantwortung für sein Handeln - egal ob in der
Vergangenheit oder Gegenwart. Immer waren die anderen schuld.
Die Handlung entsteht durch das zufällige Zusammentreffen der drei in der
Tankstelle. Misstrauen und Geheimnisse prägen ihre Begegnungen, während die
Lesenden durch die Ich-Perspektive mehr wissen als die Figuren selbst. Eddas
Rolle bleibt lange undurchsichtig, was die Spannung erhöht. Die kurzen Kapitel
und Perspektivwechsel sorgen für Tempo, und das Szenario – die verlassene
Tankstelle – schafft eine beklemmende Atmosphäre.
Die Sprecher und Sprecherinnen sind passend ausgesucht worden. Sie vertonen die
Charaktere hervorragend und waren das Sahnehäubchen auf der Story.
Das Buch ist kein klassischer Krimi, sondern eher ein gesellschaftskritisches
Drama, das zeigt, wie Menschen in ausweglosen Situationen handeln. Die
Charaktere wirken verloren und planlos, doch ihre Verbindung und die
unterschwellige Spannung machen die Geschichte fesselnd. Der Schluss ist
überraschend, aber teilweise unglaubwürdig. Wer atmosphärische,
charaktergetriebene Geschichten mag, wird hier fündig. Das offene Ende lässt
Raum für Spekulationen, was nicht jedem gefällt. Insgesamt ein spannender,
düsterer Roman mit realistischen Figuren und einem einzigartigen Setting.
Ich gebe dafür 4 giftige Sterne.
Für Joran, frisch aus dem Jugendknast entlassen, werden die ersten Tage in Freiheit zum Desaster: Sein Vater erpresst ihn und auf Jobsuche wird er erniedrigt und schikaniert. Verzweifelt schleicht er schließlich nachts zu der Tankstelle, die er vor sieben Jahren überfallen hat. Seine letzte Hoffnung ist die Beute, die er vor seiner Festnahme in einem Kanalschacht verstecken konnte. Die Tankstelle ist längst verlassen - ein Lost Place - doch statt der Beute findet Joran im Schacht eine Leiche: Aras, sein damaliger Freund und Komplize. Ist der Dritte im Bunde sein Mörder? Entsetzt merkt Joran, dass er nicht allein ist auf dem heruntergekommenen Gelände. Da ist Edda, ein kleines Mädchen im Schlafanzug. Und Charu, die sich als Fotografin von Lost Places einen Namen machen will. Der Tote im Schacht wird für alle drei zu einer schicksalhaften Verbindung.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Danke für deinen Kommentar. Er wird sichtbar, sobald er freigeschaltet wurde.