Freitag, 10. Juli 2026

Rezension "Vermisst - Der Fall Lucas" von Christine Brand

In aller Kürze
[Werbung unbezahlt]
Story: Malou Löwenbergs neuer Fall stürzt sie in einen moralischen Konflikt und lässt sie einen Cold Case aufrollen.
Spannung: steigert sich subtil kontinuierlich
Charaktere: lebendig
Sprecher: Vera Teltz gehört zur Sprecherelite
Schreibstil: flüssig, gute Mischung aus detailfreudigen Passagen und temporeicher Action

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Leider war im Klappentext nicht erkenntlich, dass es sich um den dritten Teil handelt. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass mir etwas Essentielles fehlt, um den Hintergrund der Protagonistin zu verstehen.
Malou Löwenberg, ehemalige Polizistin und nun private Ermittlerin in Bern mit dünner Auftragslage, erhält einen heiklen Fall.
Die Spannung entsteht durch kurze, dynamische Kapitel und das langsame Zusammensetzen von Puzzleteilen aus Rückblenden ins Jahr 2000 sowie wechselnden Perspektiven. Trotz einer frühzeitig erkennbaren Wende bleibt die Geschichte durch ungelöste Ungereimtheiten und die zunehmend bedrohliche Lage für Malou bis zur überraschenden Auflösung durchgängig fesselnd. Die Ermittlungsarbeit wirkt dabei stets glaubwürdig und nachvollziehbar, während die Atmosphäre des Cold Cases die Leser in Atem hält. Man kann wunderbar miträtseln, doch der Täter wird erst kurz vor Schluss offenbart. Die Story ist so spannend, dass man den Atem anhält und gebannt Seite um Seite umblättert.
Malou ist eine sympathische, mutige und unkonventionelle Protagonistin, die sich mit Ehrgeiz in ihre Fälle verbeißt. Ihre persönliche Geschichte bildet anscheinend den roten Faden der Reihe und macht neugierig auf die weitere Entwicklung. Auch ihre skurrilen Eigenheiten, wie der Besuch fremder Beerdigungen oder ihre Vespa namens Bruna, machen sie zu einer lebendigen Figur, die auch nebenan wohnen könnte. Die Nebenfiguren sind ebenfalls überzeugend und lebensnah gezeichnet.
Christine Brands Schreibstil ist flüssig, fesselnd und leicht lesbar. Sie spielt gekonnt mit den Emotionen der Charaktere und Leser, baut Spannung durch das langsame Enthüllen der Wahrheit auf und überzeugt mit einer unerwarteten Auflösung. Die Mischung aus ruhigem Erzähltempo und wendungsreicher Handlung macht den Krimi atmosphärisch.
Vera Teltz gehört für mich zu Sprecherelite. Sie hat wieder bewiesen, wie sie Kopfkino entstehen lässt - ich hörte Emotionen, fühlte Spannung und war mittendrin.
Ich möchte jedenfalls weiter an Malou Löwenbergs Leben teilhaben und freue mich auf weitere Ermittlungen. Von mir gibt es klare 5 gefundene Sterne.

‘*‘ Klappentext ‘*‘
Privatdetektivin Malou Löwenberg ahnt sofort, dass dieser Auftrag anders ist. Ihre Klientin Lana ist todkrank und hat nur noch einen Wunsch, bevor sie stirbt: Sie möchte ihren Bruder Lucas wiedersehen, der seit sechsundzwanzig Jahren als vermisst gilt. Doch der Auftrag hat einen Haken: Lucas will nicht gefunden werden – er verschwand, nachdem er zwei Mädchen ermordet hatte. Je länger Malou recherchiert, desto sicherer ist sie, dass Lucas noch weitere Frauen getötet hat. Eine Reise in eine zutiefst verstörende Vergangenheit beginnt – bis Malou plötzlich selbst zur Zielscheibe wird…

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