Donnerstag, 9. Juli 2026

Gedanken am Abend - Tote Bloglinks

Moin Loide!

Wer kennt sie nicht, die Blogroll – jene kleine, feine Liste am Rand oder Fuß eines Blogs, die zu anderen, vermeintlich lesenswerten Seiten einlädt. Sie ist wie eine persönliche Empfehlung des Bloggers: „Hier, schau mal, diese Blogs lese ich selbst gern!“

Doch allzu oft gleicht das Klicken auf diese Links einer Zeitreise ins Nichts.
„404 – Seite nicht gefunden“ oder ein verwaister Blog, der seit Jahren keinen neuen Beitrag mehr gesehen hat. Was als nützliche Inspirationsquelle gedacht war, entpuppt sich schnell als frustrierende Schnitzeljagd.

Das Problem ist so alt wie das Bloggen selbst. Blogs kommen und gehen, Domains laufen aus, Bloggende verlieren die Lust oder wechseln die Plattform. Doch während die Blogroll einst ein lebendiges Netzwerk aus Verweisen war, wird sie heute oft zur digitalen Geisterstadt. Wer schon einmal versucht hat, eine veraltete Blogroll zu aktualisieren, weiß: Es ist ein mühsames Unterfangen. Jeder Link muss geprüft, jeder tote Link entfernt oder ersetzt werden. Viele Blogger scheuen diesen Aufwand – und so sammeln sich über die Jahre hinweg immer mehr „tote Links“ an.

Doch warum halten wir an der Blogroll überhaupt fest? Vielleicht, weil sie mehr ist als nur eine Liste. Sie steht für Gemeinschaft, für den Geist des frühen Internets, als Blogs noch wie digitale Tagebücher waren und man sich gegenseitig verlinkte, um Leser zu teilen und zu vernetzen. Heute, in Zeiten von Social Media und Algorithmen, die uns Inhalte vorschlagen, wirkt die Blogroll fast schon nostalgisch. Sie erinnert daran, dass das Internet nicht nur aus viralen Trends besteht, sondern auch aus persönlichen Empfehlungen und echten Entdeckungen.

Vielleicht ist es an der Zeit, die Blogroll neu zu denken. Statt sie als statische Liste zu betrachten, könnte man sie regelmäßig pflegen – wie einen Garten, in dem Unkraut gejätet und neue Pflanzen gesetzt werden. Oder man ersetzt sie durch dynamischere Formate, wie monatliche Leseempfehlungen oder eine „Blogs, die ich gerade liebe“-Sektion. So oder so: Eine aktuelle Blogroll ist nicht nur ein Service für die Leser, sondern auch eine Wertschätzung für die Arbeit anderer Blogger.

Wie siehst du das?
Stöberst du noch in Blogrolls?
Oder hast du dich längst von ihnen verabschiedet?
Und wenn du selbst bloggst: Wie hältst du deine Links aktuell?

Liebe und neugierige Grüße
Elena

PS: Wie wäre es mit einem Sommerferienputz der Blogroll?

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