In aller
Kürze
Story: Heilerin Anja wird vom König engagiert seine kranke Tochter zu
retten. Was hat die Welt in den Spiegeln damit zu tun?
Spannung: beginnt easy und steigert sich dann massiv
Charaktere: lebendig und abwechslungsreich
Sprecher: Jennifer Pickens liest hervorragend und
Schreibstil: locker-leicht
‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Wir alle kennen das Märchen „Schneewittchen“, und Kingfishers Interpretation
hat mir außerordentlich gut gefallen. Die Prinzessin ist krank, doch niemand
kennt die Ursache. Erst die Heilerin Anja entdeckt, dass es eine Welt
in den Spiegeln gibt und diese unmittelbar mit dem Zustand der Prinzessin
zusammenhängt.
Die Spiegelwelt wird eindrucksvoll grau, kalt und farblos dargestellt – ein
absoluter Gegensatz zur normalen Welt. Besonders überzeugend fand ich, wie
logisch und nachvollziehbar erklärt wird, wie diese Spiegelmechanik
funktioniert und welche Regeln dort gelten.
Der Einstieg ist zunächst sehr ruhig, beinahe war ich versucht, ihn als
langatmig zu bezeichnen. Kingfisher
nimmt sich erneut viel Zeit für das Worldbuilding. Anjas Vergangenheit wird
durch eingeschobene Erzählungen beleuchtet, etwa darüber, warum sie eine
gifttrinkende Heilerin geworden ist. Diese Rückblicke nehmen jedoch
ab, sobald die Spannung spürbar anzieht.
Der schweigsame Bodyguard war mir sofort sympathisch, doch mein persönliches
Highlight war die sprechende, narzisstische Katze. Genauso stelle ich mir die inneren Monologe von Katzen
über Menschen vor. Überhaupt kommt der Humor nicht zu kurz und ist
häufig schwarz, trocken und sarkastisch – also genau mein Geschmack.
Jennifer Pickens liest hervorragend. Sie
verleiht den Figuren spürbare Emotionen und unterschiedliche Tonalitäten,
erzeugt lebendiges Kopfkino und lässt Anja noch greifbarer wirken, als sie es
durch Kingfishers Schreibstil ohnehin schon ist. Der Autorin gelingt
insgesamt eine sehr gelungene Balance aus detailreichen Beschreibungen und
kurzen, knackigen Actionszenen, die das Tempo variieren und die Handlung
vorantreiben.
Besonders genial finde ich, dass die Protagonistin kein typisches „Young
Adult“- oder „Coming-of-Age“-Klischee bedient, sondern eine gestandene Frau
Anfang 30 ist. Sie steht zu sich,
ihrer scheinbar seltsamen Motivation, Heilerin zu sein, ist Single und kann
schlecht mit Kindern umgehen. Spätestens da hatte Kingfisher meine volle
Sympathie für Anja gewonnen. Diese Art von Protagonistin ist nicht
Mainstream, aber sicher für viele Leserinnen und Leser erfrischend und
wohltuend anders.
Sobald das Buch übersetzt in Deutsch vorliegt, werden sich bestimmt alle
Kingfisher-Fans darauf stürzen. Allen, die Englisch verstehen, empfehle ich die
Originalversion heute schon.
Von mir gibt es für diese besondere Variante von „Schneewittchen“ fünf
Schierling-Sterne, trotz des etwas langatmigen Beginns.
Healer Anja regularly drinks poison.
Not to die, but to save – seeking cures for those everyone else has given up on.
But a summons from the King interrupts her quiet, herb-obsessed life. His daughter, Snow, is dying, and he hopes Anja’s unorthodox methods can save her.
Aided by a taciturn guard, a narcissistic cat and a passion for the scientific method, Anja rushes to treat Snow – but nothing seems to work. Nothing, that is, until she finds a secret world hidden inside a magic mirror. This dark realm may hold the key to what is making Snow sick.
Or it might be the thing that kills them all . . .

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