Sonntag, 30. August 2026

Rezension "Raskova und die Macht der Schatten" von Sascha Sprikut

In aller Kürze
[Werbung unbezahlt]
Story: Aus den Wäldern kamen einst die Schatten. Deshalb gilt Yulyas Gabe, Holz zu spüren, als Fluch.
Spannung: steigert sich subtil kontinuierlich
Charaktere: realistische Mischung
Schreibstil: locker-flockig

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Von der ersten Zeile an wurde ich in eine mittelalterlich geprägte Welt gezogen, die durch osteuropäische Mythen eine mystische Note erhält. Statt großer Schlachten dominieren Flucht, Angst und moralische Grauzonen das Geschehen. Die Atmosphäre ist geprägt von einer allgegenwärtigen Furcht vor Holz, da Wälder als Ursprung einer uralten, nie ganz überwundenen Katastrophe gelten.
Diese latente Bedrohung durchzieht das gesamte Buch wie ein unsichtbarer Faden und schafft eine dichte, beklemmende Stimmung, die den Leser sofort in ihren Bann zieht.
Im Mittelpunkt steht Yulya, deren rätselhafte Gabe sich mir erst nach und nach und nur zögerlich erschloss.
Sie ist Fluch und Schlüssel zugleich, und die Konsequenzen ihrer Verbindung zu den Schatten werden immer deutlicher und schmerzhafter. Parallel dazu sucht sie ihre Freundin, die ihrem gewalttätigen Vater entfloh und nun in den Fängen eines skrupellosen Sklavenhändlers gefangen ist. Yulyas Entwicklung ist dabei besonders beeindruckend: Sie wächst nicht nur über sich hinaus, sondern stellt sich auch den immer größer werdenden Aufgaben und tut alles in ihrer Macht Stehende, um ihre Freundin zu befreien. Die Warnung ihrer Großmutter vor der Akademie hält sie lange von einem entscheidenden Schritt zurück, doch die Unsicherheit, ob diese berechtigt ist oder nicht, treibt die Handlung stetig und unaufhaltsam voran.
Die Spannung baut sich subtil und kontinuierlich auf, ohne auf epische Schlachten oder spektakuläre Duelle mit anderen Figuren, die die Gabe besitzen, zurückzugreifen.
Stattdessen zieht einen die Geschichte durch ihre konsequente Atmosphäre, die moralischen Dilemmata und die glaubwürdigen, manchmal erschreckend konsequenten Reaktionen der Umwelt auf Yulyas Gabe in ihren Bann. Die anderen Charaktere sind dabei nicht nur lebendig, sondern auch facettenreich gestaltet, was die Welt noch authentischer und greifbarer wirken lässt.
Der Schreibstil folgt konsequent dem Prinzip „Show, don’t tell“ und lässt den Leser die Welt nicht nur sehen, sondern durch Yulyas Perspektive aktiv erkunden. Obwohl ich gern mehr über die geheimnisvollen Schatten erfahren hätte, bleibt die Handlung stets im Fluss, und die Neugier, wie es weitergeht, wird mit jeder Seite größer.
Ich vergebe gern 5 Schatten-Sterne und hoffe auf eine Fortsetzung.

Eine weitere Rezension zu dem Buch findet ihr bei Lesenswertes aus dem Bücherhaus

‘*‘ Klappentext ‘*‘
Es ist kein Geschenk.
Es ist keine Gabe. Trau ihren Lügen nicht.
In einer Welt, in der Bäume ein Relikt der Vergangenheit sind, gilt Yulyas Fähigkeit, Holz zu spüren, als Fluch. Denn aus den Wäldern kamen einst die Schatten, die alles vernichteten. Als ihre Gabe entdeckt wird, bleibt ihr nur die Flucht. Auf sich allein gestellt macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit über ihre Kräfte – und über die Vergangenheit, die ihre Welt geprägt hat. Doch Yulya gerät zwischen die Fronten: Die geheimnisvollen Redma, die einst zur Zerstörung beitrugen, wollen sie für sich gewinnen. Gleichzeitig ist ihr ein skrupelloser Sklavenhändler dicht auf den Fersen und hält ihre beste Freundin bereits gefangen. Um sie zu retten, muss Yulya entscheiden, wem sie trauen kann … und welchen Preis sie bereit ist zu zahlen.

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