Freitag, 14. August 2026

Rezension "Zu alt für sowas" von Samantha Downing

In aller Kürze
[Werbung unbezahlt]
Story: Rentnerin Lottie Jones liebt ihr beschauliches Leben, doch das wird tödlich, ähm, empfindlich durch eine investigative Reporterin gestört.
Spannung: kommt in Wellen daher
Charaktere: gute Mischung
Sprecher: Sonngard Dressler vertont ganz wundervoll
Schreibstil: locker-leicht

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Auf den ersten Blick ist Lottie Jones die verkörperte Harmlosigkeit: eine ältere Dame mit Vorliebe für Kirchen-Bingo, Klatsch mit den Freundinnen und einem trockenen Spruch auf den Lippen, wann immer die Gelenke mal wieder streiken. Doch hinter der Fassade der beschaulichen Kleinstadtbewohnerin schlummern Geheimnisse. Als die investigative Journalistin Plum Dixon vor Lotties Tür steht und unangenehme Fragen zu ungelösten Morden stellt, gerät das scheinbar idyllische Leben der Protagonistin ins Wanken.
Dowling gelingt es meisterhaft, Lottie als ambivalente Figur zu zeichnen - eine Frau, die man trotz (oder gerade wegen?) ihrer dunklen Vergangenheit ins Herz schließt. Die Ich-Perspektive verleiht der Geschichte eine intime Note, die den Leser direkt in Lotties Gedankenwelt eintauchen lässt. Immer wieder fand ich mich dabei ertappt, wie ich mir heimlich wünschte, ihre schlagfertigen (!) Aktionen zu übernehmen. Der schwarze Humor, mit dem die Autorin Lotties Alterszipperlein und die damit verbundenen Pannen schildert, sorgt für immer wiederkehrende Grinsmomente.
Die Spannung kommt in Wellen daher und steigert sich mit überraschenden Wendungen. Am Ende lösen sich einige Dinge etwas zu leicht in Wohlgefallen auf - doch das schmälert nicht den Unterhaltungswert dieser klug konstruierten Geschichte. Im Gegenteil: Gerade die Mischung aus Leichtigkeit und düsteren Untertönen macht den Reiz aus.
Sonngard Dressler haucht mit ihrer Vertonung Lottie und der Handlung so viel Leben ein, dass man die Seiten nur widerwillig aus der Hand legt.
Ich vergebe gern 5 alte Hammer, ähm, Sterne.

‘*‘ Klappentext ‘*‘
Man würde nie erraten, dass Lottie Jones Leichen im Keller hat. Sie lebt schon seit Jahrzehnten in der Stadt. Sie wird älter. Sie liebt die einfachen Freuden wie den wöchentlichen Bingo-Abend in der Kirche und das Tratschen mit ihren Freundinnen über das Liebesleben ihrer Kinder. Aber als die investigative Journalistin Plum Dixon vor ihrer Haustür auftaucht und Fragen über Lotties Vergangenheit stellt, insbesondere über ihre Verbindung zu zahlreichen ungelösten Morden, nun, das kann Lottie wirklich gar nicht leiden.
Aber mit Mord ungeschoren davon zu kommen, ist schwer genug, wenn man jung ist. Und als Lottie ein weiteres lästiges Klopfen an der Tür hört, wird ihr klar, dass dieses Verbrechen sie womöglich selbst das Leben kosten könnte.

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