Mittwoch, 26. August 2026

Tag 2 - Interview mit Sascha Sprikut

Wie hast du diese dystopische Ökologie entwickelt? Gibt es reale Umweltkatastrophen oder Mythen, die du als Inspiration genutzt hast?

Meine Familie hat russische Wurzeln und ich bin zweisprachig aufgewachsen. Ein großes Thema in der russischen Kultur ist der Zweite Weltkrieg, der zu einer schrecklichen Zerstörung und unendlich viel Leid führte. Als Kind hörte ich viele Geschichten über diese schreckliche Zeit. Ich glaube, so entstand die Idee für eine Welt, die dermaßen durch einen alles vernichtenden Krieg geprägt wird.

Und warum Wälder als Ursprung des Untergangs – ein Ort, der normalerweise mit Leben assoziiert wird?

Den Bezug zu Wäldern habe ich aus zwei Richtungen. Meine Eltern haben Freunde in Sibirien, die in Städten in der Taiga leben. Wenn man dort lebt, ist die nächste Stadt hunderte von Kilometern entfernt. Im Winter wird es dort schrecklich kalt und man fühlt sich total isoliert von der Außenwelt.

Mein zweiter Bezug kommt daher, dass ich im Schwarzwald aufgewachsen bin. Ich hatte nie Angst im Wald und habe mich immer wohl gefühlt. Trotzdem habe ich mir gerne Geschichten ausgedacht über Monster, die aus dem Wald kommen und die Menschen angreifen. Wahrscheinlich wurde ich da von den Brüdern Grimm inspiriert.

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