Dienstag, 23. Juni 2026

Tag 1 - Interview mit Adrian Vogler

Was ist der außergewöhnlichste Ort, an dem du eine Idee für einen Plot, eine Szene, eine Figur hattest? Und wie bist du auf die Idee, Charlie Chans Abenteuer weiterzuführen, gekommen?

Die Idee, Charlie Chans Abenteuer fortzusetzen, entstand aus meiner lebenslangen Leidenschaft für Kriminalromane und ikonische Detektive. Ich habe Charlie Chan durch die Schwarz-Weiß-Verfilmungen der 1930er Jahre kennengelernt. Da der ursprüngliche Autor, Earl Derr Biggers, nur sechs Romane schrieb und früh verstarb, empfand ich das als eine Lücke und den Wunsch nach weiteren Geschichten.

Meine Motivation ist es, selbst Geschichten zu schreiben, wenn es zu einem Thema, das mich fasziniert, keine weiteren Bücher gibt. Ich schätze Chans subtile Art und das klassische „Whodunit“-Format sehr. 

Ein zentrales Element meiner Arbeit ist es, fiktive Handlungen mit realen historischen Personen und Ereignissen zu verknüpfen, wie zum Beispiel dem Verschwinden von Amelia Earhart oder dem Tod von Thomas H. Ince. Um Copyright-Probleme zu umgehen, habe ich neue Nebenfiguren wie Chans clevere Tochter Lily kreiert, die als Filmstudentin eine wichtige Rolle spielt und auf den gemeinfreien Originalromanen basiert. 

Einen einzelnen „außergewöhnlichsten Ort“ für eine Idee gibt es für mich nicht. Ideen entstehen oft aus intensiver Recherche und Lektüre. Ich sammle Ideen aber auch gerne beim Wandern, wo ich sie dann diktiere. Für meinen Roman „Charlie Chans Weihnachten“ kamen spezifische Plot-Ideen beispielsweise aus einem YouTube-Clip über ein russisches Fürstenpaar und die Ermordung Rasputins sowie aus der historischen Donner-Pass-Tragödie.

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