Mittwoch, 22. Juli 2026

Rezension "Mehl, Magie und Machenschaften" von T. Kingfisher

In aller Kürze
[Werbung unbezahlt]
Story: Die 14-jährige magiebegabte Mona entdeckt eine Leiche und der Mörder trachtet ihr nach dem Leben … und plötzlich ist das Monas kleinstes Problem.
Spannung: steigert sich kontinuierlich subtil
Charaktere: lebendig, nahbar
Sprecher: Mélanie Fouché belebt Figuren, Szenen, einfach alles
Schreibstil: dicht

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Dies ist eines dieser Bücher, bei denen ich mich mehrfach beim Lesen gefragt habe: Wie kommt man auf solche verrückten Ideen? Monas Magie beschränkt sich auf Brot und Teig, jedoch lässt sie Lebkuchenmänner tanzen und einer davon wird ein nicht zu unterschätzender Sidekick, wie das Cover bereits verrät. Genau das macht sie so greifbar und sympathisch: Sie wirkt wie ein echtes Mädchen, das in eine Situation gerät, die viel zu groß für sie ist, und trotzdem ihren Weg findet.
Und obwohl die Protagonistin Mona erst 14 Jahre alt ist, konnte ich mich als Erwachsene gut in sie hineinversetzen – vielleicht ist das der Grund, warum das Buch weniger düster wirkt als „Was die Toten bewegt“ oder „Hemlock & Silver“.
Das absolut Schrägste aber ist Sauerteigansatz Bob im Keller der Backstube. Er erinnerte mich an Hermann, den ich als Jugendliche immer gefüttert habe. Wobei Hermanns schlimmste Angewohnheit das Überlaufen war und mit solchen Kleinigkeiten gibt sich Bob nicht ab.
Besonders ans Herz gewachsen sind mir auch die Nebenfiguren: der Straßenjunge Spindle, Monas herrlich resolute Tante und natürlich Bob. Auch Figuren wie Molly lassen die Welt lebendig wirken. Das Magiesystem ist einfach großartig und originell: Fähigkeiten werden nicht vererbt, sondern treten zufällig und extrem spezifisch auf. Dass ausgerechnet Teigmagie über Leben und Tod entscheiden kann, ist kreativ, witzig und clever umgesetzt. Ich war wirklich begeistert davon, wie viel Potenzial in etwas steckt, das auf den ersten Blick so unscheinbar wirkt.
Der Schreibstil ist dicht, kein Geschwafel, um Seiten zu schinden und die Ich-Perspektive macht die Geschichte besonders intensiv. Gerade als Hörbuch funktioniert das richtig gut, weil man Mona sehr nah kommt. Ernste Themen wie Ausgrenzung und Misstrauen gegenüber Magiebegabten führen zu Vorurteilen, Angst und politischem Machtmissbrauch. Gleichzeitig geht es um Verantwortung und das Versagen von Erwachsenen, deren Konsequenzen Kinder tragen müssen.
Mehl, Magie und Machenschaften“ ist eine wunderbar originelle Geschichte mit viel Herz, liebenswerten Figuren und einem ganz eigenen Zauber und unerwarteten Überraschungen. Eine 5 Mehl-Sterne Empfehlung - nicht nur für jüngere Hörer, sondern für alle, die kreative Fantasy lieben.

‘*‘ Klappentext ‘*‘
Die vierzehnjährige Mona hält sich für eine untalentierte Zauberin. Sie kann weder Blitze kontrollieren noch mit Wasser sprechen, wie die anderen Magier, die in der Stadt leben und sie verteidigen sollen. Ihr Begleiter ist ein Sauerteigstarter, denn ihre Magie funktioniert nur bei Brot. In der Bäckerei ihrer Tante lässt sie höchstens mal die Lebkuchenmänner tanzen. Doch Monas Leben wird auf den Kopf gestellt, als sie eine Leiche in der Backstube findet. In den Straßen der Stadt treibt ein Mörder sein Unwesen, der es auf die Magier abgesehen hat, und ausgerechnet Mona scheint sein nächstes Ziel zu sein.
Doch in einer umkämpften Stadt, in der es mit einem Mal keine Zauberer mehr gibt, ist der Attentäter plötzlich Monas geringste Sorge ...

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