Mittwoch, 28. Oktober 2026

Rezension "Darkrooms" von Rebecca Hannigan

In aller Kürze
Story: Caitlins kehrt nach dem Tod ihrer Mutter in ihren Heimatort zurück und begegnet Deedee wieder, deren Schwester Roisin vor 20 Jahren verschwand. Die beiden tauchen in die dunkle Vergangenheit, auf der Suche nach der Wahrheit.
Spannung: steigert sich subtil
Charaktere: sehr gewöhnungsbedürftig und nicht wirklich sympathisch
Sprecher: Clare Harte belebt alles
Schreibstil: flüssig

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘

Story
„DARKROOMS" ist ein raffiniert konstruierter Thriller, der auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Gleich zu Beginn begegnen wir Caitlin Ende 2019, die nach dem Tod ihrer Mutter aus London in ihr Kindheitsdorf zurückkehrt und dort auf Deedee trifft, eine Polizistin, die weiterhin nach der vermissten Roisin sucht. Die beklemmende Story lebt von Andeutungen, die zunächst eine Richtung vorgeben, sich dann aber als Irrweg entpuppen. Ein geheimnisvoller Plan, Alkohol und manipulative Mächte verstärken die düstere Atmosphäre. Immer wieder tauchen Hinweise auf Roisins Verschwinden im Schlingenwald auf, der gerodet werden sollte. Die klug verschachtelte Handlung entfaltet ihre Wahrheit Stück für Stück, und erst gegen Ende klärt sich das Geschehen durch eine gut durchdachte, authentische Auflösung.

Charaktere

Die Protagonistinnen Caitlin und Deedee sind keine klassischen Sympathieträgerinnen, sondern sehr spezielle, teilweise unsympathische Charaktere. Beide hatten es nicht leicht: Caitlin sucht verzweifelt nach ihrer Schwester, während Deedee abgebrüht wirkt und eine belastete Vergangenheit hat. Traumatisiert und teilweise abstoßend, wirken sie gerade dadurch bemerkenswert authentisch. Hannigan verleiht ihnen eine emotionale Komplexität, die in diesem Genre selten ist. Diese Distanz zu den Figuren machte den Einstieg zunächst schwer, doch ihre Unsympathie macht sie umso interessanter.

Spannung

Alle Charaktere sind zutiefst verstörend, was die beklemmende Stimmung verstärkt und bis zum Schluss für Spannung sorgt. Die Erzählstruktur mit mehreren Perspektiven und zwei Zeitebenen greift raffiniert ineinander und steigert die Spannung stetig.

Schreibstil

Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend, ein echter Pageturner, bei dem ich meine eigenen Theorien aufstellte. Die unterschiedlichen Blickwinkel ermöglichen ein besseres Verständnis der Figuren und ihrer Motive.

Hörbuch

Das Hörbuch habe ich auf Englisch gehört, und in das „British English" musste ich mich erst reinhören. Doch Clare Harte machte es mir leicht: Sie zog mich mit ihrer Lesart in die Geschichte, wenn ich aufgrund der unsympathischen Charaktere kurz vor dem Abbrechen war. Sie hat einen großen Anteil daran, dass mein Kopfkino auf Hochtouren lief.

Fazit

Insgesamt ist „DARKROOMS" ein solider Thriller mit starker Atmosphäre, interessanten Perspektivwechseln und einer durchweg spannenden Handlung, der trotz anfänglicher Distanz bestens unterhält und am Ende überzeugt - 5 dark Sterne.

‘*‘ Klappentext ‘*‘

Ein abgelegenes Dorf an der irischen Küste, umgeben von einem dichten Wald. Hierhin kehrt Caitlin nach dem Tod ihrer Mutter zurück - an jenen Ort, den sie seit dem spurlosen Verschwinden der neunjährigen Roisin vor zwanzig Jahren gemieden hat. Deren Schwester Deedee, inzwischen Polizistin, hat nie aufgehört zu fragen, was damals mit der kleinen Roisin geschah. Gemeinsam tauchen die beiden Frauen in dunkle Geheimnisse der Vergangenheit ein. Je tiefer sie vordringen, desto klarer wird: Jemand im Dorf kennt die Wahrheit. Und ist bereit, alles zu tun, damit sie für immer verborgen bleibt…

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