Mittwoch, 21. Oktober 2026

Rezension "Handy aus, Welt an" von Johannes Klaus

In aller Kürze

[Werbung unbezahlt]
Story: Wie Reisen ohne Handy bereichern kann.
Spannung: welche Tipps und Ideen bietet der Autor
Schreibstil: gute Mischung aus gehobener Eloquenz und Umgangssprache
Handy aus, Welt an
Reisedepeschen

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘

Bei dem Buchtitel bekommt wahrscheinlich die Mehrheit der Menschen Schnappatmung - ohne Smartphone geht für die meisten gar nichts. Und ich gebe zu: Reisen ohne Handy finde ich auch recht, nun, sagen wir mal, abenteuerlich. Klaus sieht das genauso, und genau das macht den Reiz dieses Ratgebers aus.

Story und Inhalt

Der Autor zeigt, wie eine Reise komplett offline gelingt. Es wird nicht lange geprüft, welches Café die besseren Bewertungen besitzt - es wird aus dem Bauch heraus gehandelt, etwa danach, wie viele Einheimische dort sitzen. Gespickt mit persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen beleuchtet das Buch, welche Möglichkeiten sich beim handyfreien Reisen bieten und wie mit den Spannungen umzugehen ist, die zwischen den Reisenden manchmal aufkommen. Abgerundet wird alles durch drei praktische Experimente: ein Tag, eine Woche und eine komplette Reise ohne Handy planen.

Spannung

Als Sachbuch lebt der Text nicht von dramatischer Handlung, sondern von der Frage: Wie funktioniert das eigentlich? Die Selbstversuche laden zum Mitmachen ein – gerade weil man als Leserin ständig überprüft, wie man selbst in solchen Situationen reagieren würde, bleibt man dran.

Schreibstil

Zugänglich, persönlich und ohne erhobenen Zeigefinger. Und ich gehe mit dem Autor absolut konform. Kopfhörer signalisieren klar „Bitte nicht stören.“ Wer dagegen im Café oder Restaurant ohne Handy sitzt, wirkt nahbarer und ansprechbarer. Genau so entstehen manchmal kurze Gespräche und mitunter Bekanntschaften, die über Jahre bestehen. Besonders gut hat mir gefallen, dass Klaus darauf eingeht, dass wir alleinreisende Frauen uns besser absichern müssen, wenn wir eine Stadt erkunden und dass auch die Hautfarbe häufig bestimmt, wie wir gelesen werden. Ein differenzierter Blick, den viele Reiseführer vermissen lassen.

Fazit

Das Buch hat mich in meiner Art zu reisen bestätigt und ich würde sogar noch früher ansetzen: einfach mal in der Heimatstadt ohne Handy in ein Café setzen. Denn dort beginnt für viele schon die Herausforderung. Klare 5 handyfreie Sterne.

‘*‘ Klappentext ‘*‘

Was bleibt von einer Reise, die nach Plan läuft?
Heute reist man bestens vorbereitet: das Hotel bewertet, die Route optimiert, das beste Café schon markiert, bevor man losfährt. Besser abgesichert war Reisen nie. Und doch ist da dieses Gefühl, dass eine Reise mehr hinterlassen könnte.
Johannes Klaus hat das Smartphone weggesteckt und ist trotzdem überall hingekommen - in die Hügel hinter Marseille, ins bosnische Hinterland und in eine Garküche in Südthailand, deren Namen er bis heute nicht kennt.
Er zeigt, wie es geht und was man dafür wissen muss. Vor allem aber erzählt er, wie viel zurückkommt, sobald keine App mehr dazwischensteht: die Aufmerksamkeit für einen Ort, das Gespräch, das man nie begonnen hätte, die Entscheidung, die plötzlich wieder einem selbst gehört.

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