Donnerstag, 22. Februar 2018

Gedanken am Abend

Hallo ihr Lieben,

immer wieder kommt das Thema „Autoren-Blogger-Beziehung“ auf den Tisch. Da beschweren sich Blogger, dass sie eine allgemeine Massenmail ohne direkte Ansprache erhalten. Diese Beschwerde kann ich, als Knigge-Fan, total verstehen.
Doch wie sieht es andersherum aus?
2017 las ich bei einer Bloggerin, dass sie zwar die Anfragen von Autoren liest, aber nicht beantwortet.
Echt jetzt? Das ist in meinen Augen genauso unhöflich.
Bei Massenmails kann ich es ja noch ein wenig verstehen. Aber selbst auf diese kann man höflich mit einem „Nein, Danke“ antworten. Ansonsten stellt man sich meiner Meinung nach auf die gleiche Stufe wie der Absender.
Würden mehr Blogger dem Autor erklären, wie unhöflich sie dies finden, würde sich eventuell etwas ändern.
Genauso sehe ich das Nichtbeantworten von Anfragen. Mein Gegenüber hat sich im besten Fall Mühe bei dem Anschreiben gegeben und hofft auf eine positive Antwort. Da ist ein „Nein, Danke“ ohne Erklärung doch das Mindeste.

Ich habe letztens von einem mir bereits bekannten Autor eine Einladung zu seiner Leserunde auf Lovelybooks erhalten. Als ich ihm schrieb, dass ich schon gern ein paar persönliche Worte gehabt hätte, fiel er aus allen Wolken. Er ging davon aus, dass die Beschreibung der Leserunde mitgeschickt würde. Ohne meinen Kommentar wäre er diesem Irrglauben auch weiter erlegen.

Keine Ahnung warum, aber ich kann schreiben, dass ich selten Massenmails erhalte. Mich schreiben Autoren persönlich an und haben sich meist auch auf meinem Blog umgeschaut. Da tut es mir schon leid, wenn ich eine Anfrage ablehne. Doch SuB und Bloggerteams gehen vor. Und genau dies schreibe ich dann auch so individuell, wie ich angeschrieben wurde.
Höflichkeit ist keine Einbahnstraße und wenn ich sie erwarte, dann muss ich sie auch anderen gegenüber an den Tag legen. Immerhin bedingen Autoren und Blogger sich gegenseitig.

Und wenn keiner den Massenmail-Autoren schreibt, wie doof das ist, dann nehmen wir ihnen die Chance, sich zu ändern.

Wie seht ihr das?
Beantwortet ihr jede Autorenanfrage?
Oder macht ihr das Antworten von der Art der Anfrage abhängig?
Oder hängt die Antwort von eurer Tagesform ab?
Oder habt ihr eure ganz eigene Art, mit Autorenanfragen umzugehen?

Liebe und neugierige Grüße
eure Elena

Kommentare:

  1. Hallo Elena,

    ich kann dir voll und ganz zustimmen. Massenmails finde ich furchtbar, aber selbst die bekommen von mir beinahe immer eine Rückmeldung. Ich finde, das gehört sich einfach. Wie du auch schreibst: Ein höfliches "Nein, danke" sollte möglich sein. Sonst braucht man sich, ehrlich gesagt, auch nicht über unpersönliche Massenmails aufregen.

    Allerdings kommt es manchmal bei mir vor, dass ich Anfragen ein paar Tage liegen lasse. Besonders gern, wenn Autoren in ihrer Anfrage mehrmals darauf drängen, dass ich mich so bald wie möglich melde, weil die Anfrage absolut wichtig und dringend ist. Ich möchte mich, auch von Anfragen, nicht stressen lassen. Würde ich auf solche Antworten direkt antworten, käme es mir vor, als stünde ich kurz davor, mich doch stressen zu lassen.

    Dass ich eine Anfrage überhaupt nicht beantworte, ist ein absoluter Ausnahmefall. Ich hab einmal eine Anfrage bekommen, die zum einen unpersönlich und unhöflich geschrieben war und zum anderen, die aufgrund von Rechtschreib- und Grammatikfehlern kaum lesbar war. Da ist mir die Lust auf eine Antwort vergangen, auch wenn ich mir im Rückblick denke, dass ich selbst da ein paar höfliche Zeilen hätte schreiben sollen, einfach um dem Autor auch zu zeigen, dass es so nicht funktioniert.

    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Huhu Sarah,
      Danke für deinen Kommentar. Ich lasse auch manchmal eine Anfrage ein paar Tage liegen, es gibt ja auch noch andere Sachen im Leben.
      Finde ich toll, dass du auch alle Anfragen beantwortest. Das mit den Rachtschreib- und Grammatikfehlern geht mir auch auf den Keks.
      LieGrü
      Elena

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    2. Apropos unhöflich: Ich hab mal vor einiger Zeit von einer Dame, die einen erotischen Roman geschrieben hat, so eine Massenmail gekriegt, die so launisch und frech war, dass ich mir dachte, das ist schon fast wieder dreist. Die hat quasi gleich direkt geschrieben, jaja, ihr wollt ja alle immer eine persönliche Anrede, aber blablabla, motz motz motz, wer hat denn die Zeit dazu, sich alle Blogs anzugucken etc. Lest gefälligst meinen Roman! Die dachte vermutlich, sie ist total innovativ und kommt mit ihrer rotzigen Art bestimmt toll an. Aber ich fand es eher bescheiden. ;-) Na vielleicht fanden es ja andere Blogger klasse, wer weiß.

      LG, Bianca

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    3. Huhu Bianca,
      tja, manchmal geht das mit dem "Alleinstellungsmerkmal" in die Hose ;)
      LieGrü
      Elena

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  2. Spannendes Thema, das ich gern mal aus meiner Autorenperspektive beleuchte! Ich verstehe total, dass kein Blogger gern Adressat einer offensichtlichen Massenmail ist. Ich habe aber auch schon als Anforderung auf einem Blog gesehen "erkläre mir, warum ich dein Buch rezensieren soll - die Aussage, dass mein Blog dir gefällt, reicht mir da nicht". Vielleicht versteh ich dieses Anliegen einfach nicht, aber was genau soll man denn sonst bei einer Anfrage sagen?

    Als Autor wusste ich übrigens auch erst nicht, wie es aussieht, wenn Lovelybooks eine Leserundeneinladung verschickt. Ich nutze diese Möglichkeit aber ohnehin nur, um mir schon bekannte Leser zu Folge-Leserunden einzuladen. Das reicht denen dann auch völlig.

    Im Übrigen gibt's für mich als Autor auch No-Go's, die Blogger disqualifizieren. Rezensionsexemplare abstauben und nie rezensieren zum Beispiel. Mir zwischendurch sagen, wenn es länger dauert, finde ich hingegen ganz toll, auch wenn ich generell nicht nachfrage. Sollte es wirklich vorkommen, dass jemand ein Rezensionsexemplar haben möchte und dann nie rezensiert, kriegt er danach einfach keins mehr.

    Wer jetzt fragt, ob es wirklich Blogger gibt, die ein zweites Mal fragen - ja, das habe ich schon mehrfach erlebt. Besonders "nett" war eine, der dann auch gleich einfiel, dass sie seinerzeit nie rezensiert habe, aber das hole sie jetzt umgehend nach, sie hätte soooo gern auch das zweite Buch ... Ich hab mich tatsächlich drauf eingelassen. Was soll ich sagen - ich hab nie eine Rezension gesehen. Fand ich genau so schlimm wie die, der ich sagte, sie hätte schon was von mir und dann kam "echt? kann nicht sein". Doch - ich merke mir eure Namen, ihr seid nicht anonym für mich.

    Das ist im Übrigen auch der Grund dafür, dass ich prinzipiell nur E-Books als Rezensionsexemplare rausgebe. Ich höre zu oft von anderen Autoren, viele Selfpublisher, die ihre Prints auch zahlen müssen und dann nicht nur keine Rezension dafür bekommen, sondern im Gegenzug die Bücher (teilweise mit Widmung) dann bei eBay finden. Nett, oder?
    So entsteht mir bei "Rezensionsausfall" wenigstens nicht noch ein finanzieller Schaden.

    Wobei ich aber sagen muss: Der Großteil meiner Bloggerkontakte ist ein Gewinn für beide Seiten. Unerfreuliche Erlebnisse hatte ich zum Glück noch nicht oft.

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    1. Liebe Dania,
      Danke, dass wir auch deine Meinung als Autorin zu dem Thema erfahren. DANKE, dass wir Blogger für dich nicht anonym sind.
      Tja, dreiste Menschen sterben wohl nie aus.
      LieGrü
      Elena

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    2. Hi Dania,

      boah, das ist echt dreist, wenn man nicht rezensiert, das stillschweigend "versickern" lässt und dann auch noch nach einem zweiten Buch fragt. Gerade bei Autoren, die für ihre Rezensionsexemplare selbst in die Tasche greifen müssen, da finde ich das doppelt-dreist.
      Aber es gibt mittlerweile ja 1000e Bücherblogs, da kann ich mir gut vorstellen, dass nicht alle wirklich fair "arbeiten".

      LG, Bianca

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  3. Ich antworte auf jede Mail, auch auf die die keine Anrede haben oder in denen mir Bücher angeboten werden, die so überhaupt nicht meinem Lesegeschmack entsprechen oder die mir nur als ebook angeboten werden. Ich kann ja freundlich ablehnen. Oder eben doch annehmen wenn mir das Buch zusagt, meist schreibe ich gleich dabei wie lange es ungefähr dauert bis die Rezension steht.

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    1. Huhu,
      Danke für deinen Kommentar. Finde ich klasse, dass du auch alle Anfragen beantwortest.
      Auch dass du den Zeitrahmen, in dem du eine Rezi verfasst, angibst, finde ich äußerst zuvorkommend. Ist für die Autoren auf jeden Fall ein großer Vorteil.
      LieGrü
      Elena

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  4. Hey,

    die Sache mit dem Respekt ist ja immer etwas schwierig... :D
    Ich hatte das auch gesehen, dass einige Blogger geschrieben haben, dass sie auf diese eMails nicht antworten. Ich beantworte immer auf die eMails, denn auch wenn ich persönlich nicht angesprochen wurde kann ich nicht anders als antworten. Das hat eben auch was mit Respekt an der anderen Person zu tun.

    Ich sage aber auch wirklich viele ab, denn oft wird mir ein eBook angeboten, was ich leider nicht lesen kann. Aber ich freue mich dann, wenn ich das Buch auf einem anderen Blog sehe und es für gut befunden wurde.
    Aber in der Regel entsteht ein netter eMail-Kontakt. Auch auf Grund einer Massenmail. ;)

    Hab einen tollen Abend.

    Ganz lieben Gruß
    Steffi von angeltearz liest

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    1. Huhu Steffi,
      ja, stimmt, die Sache mit dem "Röspäckt", total schwierig *Ironie-Modus-aus*
      Klasse, dass nette Kontakte dadurch entstehen. Eine eBook-Reader kann ich dir nur empfehlen :D Ich möchte meinen auch nicht mehr missen.
      LieGrü
      Elena

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  5. Hi Elena,

    also ich habe tatsächlich auch schon Anfragen nicht beantwortet. Das waren auch so "Massenanfragen", aber ich habe sie nicht ignoriert, weil ich dadurch beleidigt war (Denn das bin ich nicht, ich finde es zwar auch höflicher, aber es wäre für mich kein Problem.), sondern weil es für mich aus einem anderen Grund nicht in Frage kam. Z. B. habe ich auf meinem Blog deutlich drinstehen, dass ich generell keine eBooks lese. Reine eBook-Angebote lehne ich deshalb manchmal nicht noch explizit ab, sondern antworte nicht drauf, v.a. wenn es dann auch total an meinem Geschmack vorbeigeht. Außer es ist eine persönliche Mail, dann antworte ich immer. Nur bei Massenmails an alle Blogger denke ich mir, wieso soll ich jetzt antworten und argumentieren, warum ich das Buch nicht rezensieren möchte, wenn der sowieso keinen Überblick hat, weil er sowieso einfach alle angeschrieben hat. Dafür ist mir meine Zeit zu schade. Ich hab manchmal einfach keine Zeit, direkt zu antworten (Z. B. weil ich unterwegs bin und dann auf dem Handy schnell lese.) und dann hab ich auch einfach später vergessen zu antworten. Nicht immer antworte ich absichtlich nicht.
    Ich kriege aber jetzt auch nicht so viele Anfragen wie manch andere Blogger. Scheinbar gibt es Blogger, die täglich etliche Anfragen kriegen. Die haben dann vielleicht auch irgendwann keine Zeit oder Lust mehr, jede einzelne Massenanfrage zu beantworten.
    Wie gesagt: Persönliche Mails werden immer beantwortet, egal ob positiv oder negativ. Massenmails je nachdem, ob ich Zeit und - ja, ich sag es ganz ehrlich - Lust habe. Da mich das Fehlen einer persönlichen Anrede nicht stört, sehe ich mich hier auch nicht in der Pflicht, die Leute darauf hinzuweisen.

    LG, Bianca

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    1. Huhu Bianca,
      bei Massenmails kann ich die Unlust zum Beantworten absolut verstehen. Und verspätetes Absagen ist ja auch bei allem, was man so im realen Leben zu wuppen hat, echt klasse.
      LieGrü
      Elena

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