Mittwoch, 3. August 2022

Rezension "Kaltblütige Abrechnung: Wakolbinger und Panzenböck 1" von L. R. Wöss

In aller Kürze
Story: Ein Ermittlerduo, das sich zusammenraufen muss, während es einen Serienkiller jagt.
Spannung: mittelprächtig
Charaktere: Klischees lassen grüßen
Sprecher: Omid-Paul Eftekhari belebt die Handlung
Schreibstil: leicht verständlich 

‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Puh, wann gibt es mal wieder einen Krimi, der weder vorhersehbar noch von Klischees geprägt ist? Damit dürfte schon klar sein, dass dieser Krimi beides bietet.
Aber mal von vorn. Ich war schon nach wenigen Minuten genervt, weil das Klischee „bärbeißiger Chefinspektor“ 100%ig erfüllt wurde. Er machte alle Menschen in seinem Umfeld runter und war unfreundlich. Natürlich war ein privates Drama dafür verantwortlich, der arme Kerl. Boah, das Klischee ist so abgedroschen.
Dann kam die junge Assistentin Cindy, die dieses Verhalten ertrug und ihm aus unerfindlichen Gründen zur Seite stehen wollte. Und da hätte ich schon wieder kotzen können. Warum sind die Frauen in solchen Büchern immer so leidensfähig und haben einen Retterkomplex? Alta, das ist doch schon wieder ein Frauenbild, welches antiquiert und mehr als überholt ist. Warum gibt es nicht mal Frauen in solchen Büchern, die den Kotzbrocken Kontra geben und ihnen vor Augen führen, wie scheiße sie sich verhalten? Nein, Frauen müssen sich nichts gefallen lassen und sind nicht auf dieser Welt, um Männer zu retten.
Okay, Cindy hatte einen guten Grund, aber warum sagt sie dem Kotzbrocken nicht, warum sie sich zu ihm hat versetzen lassen? Nein, sie lässt sich Unverschämtheiten gefallen. Und ja, für mich zählt die Betitelung „Fräulein“ dazu. Kein junger Mann wird „Herrlein“ genannt.
Leider konnten weder die Story noch die Spannung meine Laune bessern. Die Story ist vorhersehbar und damit auch nur mittelprächtige Spannung vorhanden. Wenigstens verrät der Klappentext keine wichtigen Infos.
Omid-Paul Eftekhari war mir bisher als Sprecher unbekannt und ich muss schreiben, er hat mich überzeugt. Er hauchte Allem Leben ein. Der grantige Inspektor war unfreundlich und die leidensfähige Assistentin war liebenswert. Vor allem lokale Akzente sprach Eftekhari sehr gut und das belebte die teilweise langweilige Handlung sehr.
Der Schreibstil der Autorin ist leicht verständlich und weder besonders gestelzt, noch besonders einfach. Hübscher Durchschnitt.
Wer also einen klischeegeprägten, vorhersehbaren Krimi sucht, ist hier wundervoll bedient. Wer einen spannenden Krimi, mit interessanten Figuren sucht, sollte sich für ein anderes Buch entscheiden.
Dank Eftekhari und der Grundidee gibt es 2 kaltblütige Sterne.

‘*‘ Klappentext ‘*‘
Ein brutaler Serienkiller erschüttert Graz... Der spannende Krimi, der einen kaum zu Atem kommen lässt! Gefesselt, verstümmelt und grausam ermordet – so finden Chefinspektor Toni Wakolbinger und seine junge Assistentin Cindy Panzenböck die Leiche eines angesehenen Arztes auf. Kündigt der rosarote Babyschuh auf dem Bauch des Toten etwa den Beginn einer Mordserie an? Die Befürchtung wird zur Tatsache als die nächste Leiche, auf ähnlich grausame Weise ermordet, gefunden wird. Ein Mord nach dem anderen geschieht, immer brutaler, jedes Mal mit einem Babyschuh gekennzeichnet, während sich das ungleiche Duo erst einmal zusammenraufen muss... Kann das Ermittlerduo den brutalen Serienkiller aufhalten? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

2 Kommentare:

  1. Hallo Elena,
    schon nach dem einleitenden "In aller Kürze" war klar, dass dich die Geschichte so gar nicht gepackt hat. Schon bei Spannung "mittelprächtig" war ich ja raus :D
    Es ist echt schade, dass hier so viele Klischees bedient werden und dann gleichzeitig auch noch die Spannung auf der Strecke bleibt. Ich finde es nicht so schlimm, wenn Charaktere auch mal Klischees bedienen, einige sind eben WIRKLICH so :D Sonst gäbe es ja so Klischees vermutlich auch gar nicht. Aber es muss natürlich nicht ständig sein und man könnte dann die Charaktere, die noch rumspringen mal ein wenig weniger mit den Klischees behaften und sie mal anders auftreten lassen, um demjenigen mit Klischee die Stirn zu bieten oder was auch immer gerade gebraucht wird.
    Danke für deine Meinung zum Buch, bei mir wandert es definitiv nicht auf die Merkliste.
    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Huhu liebe Dana,
      aber mal ehrlich, das Klischee "miesepetriger Kommissar" ist ausgelutscht. Es kommt immer auf das Klischee an. Aber "Klischee" ist ja in der Buchwelt immer wieder ein Thema *grins*
      Und ja, es ist gut, dass du auf diesen sogenannten Thriller verzichtest.
      Allmählich gebe ich die Hoffnung auf, einen guten zu finden *seufz*
      LieGrü
      Elena

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